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Praxis-Ratgeber

Warmwasserbereitung: Durchlauferhitzer, Gas, Wärmepumpe oder Solar?

Der Bedarf ist überall ähnlich — die Energiequelle entscheidet über die Kosten.

Aktualisiert · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Energie (kWh) = Liter × Temperaturerhöhung × 0,00116.
  • Ein Vier-Personen-Haushalt mit 150–200 Litern Warmwasser pro Tag braucht etwa 6–8 kWh pro Tag vor Verlusten.
  • Warmwasser-Wärmepumpen brauchen etwa 2,5- bis 3,5-mal weniger Strom als ein Heizstab.

Wie viel Energie Warmwasser braucht

180 Liter pro Tag von 10 auf 45 °C: 180 × 35 × 0,00116 ≈ 7,3 kWh pro Tag, rund 2.700 kWh im Jahr, plus Speicherverluste. Mit Ihrem eigenen Tarif pro kWh multiplizieren — bei Gas zusätzlich durch den Nutzungsgrad (etwa 0,9) teilen.

Die Varianten im Vergleich

  • Elektrischer Warmwasserspeicher (Boiler): einfach und günstig, Wirkungsgrad nahe 100 %, aber höchster Stromverbrauch; per Zeitschaltung auf Niedertarif- oder Solarstunden legbar.
  • Elektronischer Durchlauferhitzer: keine Speicherverluste, braucht aber einen leistungsstarken Starkstromanschluss.
  • Gastherme: als Kombitherme oder mit Speicher; niedrige Energiekosten, Kombithermen mit kurzer Verzögerung und begrenzter gleichzeitiger Zapfmenge.
  • Warmwasser-Wärmepumpe: 2,5–3,5-mal weniger Strom als ein Heizstab; braucht Platz und Umgebungsluft von etwa 7–35 °C.
  • Heizungs-Wärmepumpe mit Speicher: effizient, unterbricht aber die Raumheizung während der Warmwasserbereitung.
  • Solarthermie: deckt im Sommer einen Großteil, im Winter wenig; braucht einen bivalenten Speicher und eine zweite Wärmequelle.
  • PV-Überschuss: ein Heizstab-Regler leitet überschüssigen Solarstrom in den Speicher statt ins Netz.

Verbrauch senken, egal welche Quelle

  • Speichertemperatur auf etwa 55–60 °C; für Großanlagen fordert das DVGW-Arbeitsblatt W 551 60 °C am Speicheraustritt gegen Legionellen;
  • Warmwasserleitungen dämmen, besonders lange Strecken;
  • Spararmaturen und Durchflussbegrenzer einsetzen;
  • Anode und Verkalkung prüfen — Kalk am Heizstab erhöht den Verbrauch.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Warmwasser-Wärmepumpe?

Sie braucht typischerweise 2,5- bis 3,5-mal weniger Strom als ein Heizstab für dieselbe Wassermenge. Sie ist teurer in der Anschaffung, braucht Platz (ideal ein unbeheizter Raum mit einigen Kubikmetern) und ist hörbar.

Auf welche Temperatur stellt man den Speicher?

Für den Alltag etwa 55–60 °C; niedrigere Temperaturen sparen Energie, erhöhen aber das Legionellenrisiko — regelmäßig auf 60 °C oder mehr aufheizen. Höhere Temperaturen erhöhen Verluste und Verkalkung.

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